Kurz-Chronik

 

  • Am 1. April 1919 wurde der Verein als „Bienenzuchtverein Sterbfritz und Umgebung“ gegründet.
  • Er bestand aus 19 Mitgliedern um den 1. Vorsitzenden Gendarmeriewachtmeister Rahmsdorf aus Mottgers.
  • Der Verein war ursprünglich ein Zweckverband wegen der Zuckerbewirtschaftung nach dem 1. Weltkrieg, da es im freien Handel kein Zuckererwerb gab.
  • Fort- und Weiterbildungen erfolgten durch die dem Verein angehörenden Lehrer mit Lichtbildern und selbst gefertigten Zeichnungen.
  • Verschiedene Lehrer hatten später das Amt des ersten Vorsitzenden.
  • Protokolle wurden regelmäßig bis 1935 geschrieben. Aus einem geht hervor, dass man den Imkern im Dritten Reich die Beschaffung des „Imkerführer“ (Fachzeitschrift) empfahl. Mehr über die Zeit des Dritten Reiches ist nicht festgehalten.
  • Von 1937 bis 1969 liegen keine Protokolle vor, die Vereingeschichte wurde durch schriftliche Aufzeichnung des verstorbenen Vereinsmitgliedes Nikolaus Strott aus Weichersbach nachvollzogen.
  • 1984 wurde der Vereinsname dem der politischen Gemeinde angepasst und nennt sich seitdem „Imkerverein Sinntal“.
  • 2009 feierte der Verein sein 90-jähriges Bestehen.
  • Der Verein besteht ausschließlich aus Hobbyimkern über das Sinntal hinaus.
  • Jeden Monat findet ein Imkerstammtisch zum Austausch von Neuigkeiten und gemeinsamen Absprachen statt.
  • Seit dem Jahr 2012 gibt es ein eigenes Vereinsareal in Sinntal-Sterbfritz mit einer Hütte und eigenen Bienenständen. Hier finden regelmäßige Treffen und gemeinsame Arbeiten an den Bienen statt. So besteht für Neuimker die Möglichkeit „unter fachkundiger Aufsicht“ an das Imkern herangeführt zu werden.
  • Die Mitgliederzahl ist auf knapp 70 angestiegen. Die Imkerei stößt immer mehr auf ein breites Interesse in der Öffentlichkeit, so dass unsere Ausbildungsmöglichkeiten für Jungimker gerne angenommen werden. Auch Schulklassen oder Konfirmandengruppen finden regelmäßig den Weg zu uns und lernen die Welt der Bienen ganz praxisbezogen kennen.
  • Der Umweltpreis 2016 des Main-Kinzig-Kreises wird zum ersten Mal (seit 1975) an einen Imkerverein, nämlich den Imkerverein Sinntal, überreicht.
  • Im Jahre 2018 erhielt der Verein ein neues Logo, das auf Briefköpfen und der Website verwendet wird.
  • 2019 feiert der Verein sein 100jähriges Bestehen mit einem großen Fest in Sinntal-Mottgers. Erstmalig gibt es eine einheitliche Vereinskleidung für die Mitglieder.

Erste Vorsitzende

  • 1919 – 1922: Gendameriewachtmeister Rahmsdorf
  • 1922 – 1926: Lehrer Zinkhan/Breunings
  • 1926 – 1928: Oberlandjäger Naumann
  • 1928 – 1945: Heinrich Röll (Sterbfritz)
  • 1945 – 1967: Karl Löffert aus Breunings.
  • 1971 – 1983: Manfred Riedl (Ehrenvorsitzender seit 1971: Karl Löffert)
  • 1983 – 1988: Kaspar Simon
  • 1988 – 2011: Gerhard Heiliger
  • 2011: Konrad Hahn
  • 2012 bis heute: Kurt Sperzel

 

 

 

Der Imkerverein am Kommersabend zum 90jährigen Bestehen des Imkervereins am 16. Mai 2009

Ausführliche Chronik

1919

Am 1. April 1919 wird der „Bienenzüchterverein Sterbfritz und Umgebung“ mit 19 Gründungsmitgliedern in Sterbfritz (Sinntal) gegründet. Dies erfolgte nach einem Aufruf durch den Gendameriewachtmeister Rahmsdorf in Mottgers. Da in jener Zeit die Versorgungslage der Bevölkerung und insbesondere die Beschaffung von Zucker als Futter für Bienen schwierig war, ließ sich der Kauf von Zucker über einen Verein besser organisieren. Jedes gemeldete Volk erhielt über den Verein im Frühjahr sechs und im Herbst neun Pfund Zucker.

 

Im Protokollbuch von 1919 heißt es wörtlich:

„Durch die während des Krieges eingeführte Zuckerbewirtschaftung wurde es immer schwieriger, Zucker im freien Handel zu erhalten. Daraus ergab sich von selbst die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Imker. Um behördlicherseits mit Bienenzucker beliefert zu werden. Die Gründung des „Bienenzuchtvereins Sterbfritz und Umgebung“ erfolgte am 01. April 1919, veranlasst durch einen Aufruf des derzeitigen Gendameriewachtmeisters Rahmsdorf in Mottgers. Es traten 19 Imker dem Verein bei. Als Vorsitzender wurde Herr Rahmsdorf und als Kassierer Herr Lehrer Pauli, Hinkelhof, gewählt.
Die Zuckerzuweisung erfolgte derart, dass im Frühjahr 6 und im Herbst 9 Pfund für jedes gemeldete Volk geliefert wurde.“

1922

Durch die Versetzung des Gendameriewachtmeisters Rahmsdorf nach Gelnhausen wurden Neuwahlen notwendig. Auf der Imkerversammlung in Mottgers am 11. Juni 1922 wählte man Lehrer Zinkhan aus Breunings zum Vorsitzenden. Kassierer Lehrer Pauli übte sein Amt weiter aus.

 

Aus dem Protokollbuch:
„Der Verein zählte an dem Tage [11.06.1922] 69 Mitglieder. Durch Aufhebung der Zuckerbewirtschaftung war es möglich, im Juni 1922 dem Verein 3 Zentner zu beschaffen zu Preis von 19 Mark pro Pfund. Am 31. Juli 22 war in Eschwege eine Bienenwanderversammlung mit Ausstellung, auf der unser Verein durch den Vorsitzenden vertreten war. […]
Auf Anregung des Herrn Junker, war der Verein als kooperatives Mitglied der Deutschen Imkergenossenschaft GmbH Marburg, jetzt Fulda, beigetreten und wird unter Nr. 1483 als Mitglied geführt. Durch Vermittlung des Herrn Junker erhielt jeder Imker pro Volk 2 Pfund Zucker a 24 Mark.“

 

Allein aus diesen Auszügen können wir erkennen, dass der Bienenzuchtverein ein reiner Zweckverband war, dem es in erster Linie aus der Not heraus darum ging, den erforderlichen Zucker für die Wintereinfütterung der Bienenvölker zu beschaffen. An zweiter Stelle standen der gegenseitige Erfahrungsaustausch und die Fortbildung der einzelnen Imker.

 

Protokollbuch:

„Zur Vertiefung der naturgeschichtlichen Kenntnisse der Imker beschaffte sich Lehrer Zinkhan im August 1922 von der Fa. E. Leitz, Wetzlar, 75 Lichtbilder über die Honigbiene und ergänzte dieselben auf über 100 durch Handzeichnungen.“

1923

Im Jahr 1923 zählte der Verein 84 Mitglieder. Der Vorstand wurde von der Versammlung beauftragt, eine Satzung zu erarbeiten, die am 01.01.1924 in Kraft trat.

1924

Anfang des Jahres 1924 zählte der Verein bereits 87 Mitglieder. An den Versammlungen beteiligten sich in der Regel 20 bis 25 Mitglieder.
Das Protokollbuch berichtet aber auch von geselligen Veranstaltungen. In einer Versammlung am 11. Januar 1924 wurde ein Imkerfamiliennachmittag beschlossen, zudem die nachfolgende Einladung erging:

 

„Zum 8.2. lädt euch ein
der Sterbfritzer Bienenzuchtverein
der soll um Punkt 3 Uhr beginnen,
ein fröhlich Plaudern von den Immen
Gebäck sich jeder selbst mitnehm´,
den Kaffee stellt der Gastwirt Böhm.
Sorg nun, dass diese frohe Kunde,
bei allen Imkern mach die Runde
und jeder bring mit frohe Schar,
dann gibt’s ein gutes Honigjahr!“

1926

In diesem Jahr verlässt Lehrer Zinkhan aus beruflichen Gründen Breunings. Der Fortgang wirkte sich nachteilig auf den Verein aus: der Versammlungsbesuch ließ merklich nach und es breitete sich ein Desinteresse an der Vereinsarbeit aus. Am 10.10.1926 wurde von nur zehn Mitgliedern der neue Vorsitzende Oberlandjäger Naumann gewählt. In diesem Jahr gab es so gut wie keinen Honig. Ein Pfund Honig kostete 1,70 Mark und ein ganzes Bienenvolk 7,50 Mark.
Um Fortbildung für Imker wurde sich seitens des Vorstandes bemüht. Trotzdem war die Vereinsentwicklung eher rückläufig. Schlecht besuchte Versammlungen wurden auf Honigmissernten zurückgeführt. Schon damals fanden die Versammlungen in den verschiedenen Dörfern abwechselnd statt.

1928

Der amtierende erste Vorsitzende Naumann verabschiedete sich in den Ruhestand und Heinrich Röll aus Sterbfritz übernahm die Vereinsführung. Um größere Aktivitäten zu erreichen erweiterte man diese um einige Ämter: Herr Junker wurde Schriftführer, Herr Förster Rasch aus Mottgers und Herr Bürgermeister Bartholomä aus Vollmerz wurden Beisitzer. Man setzte den Honigpreis auf 1,50 Mark für 500g Bienenhonig fest.
Die Teilnehmerzahl bei Versammlungen und Fachvorträge, oft von einem Lehrer Fischlein gehalten, war häufig sehr gering.

1935

Die Zeit des Dritten Reiches prägte auch den Imkerverein Sinntal, beispielsweise dass jedem Imker der Bezug des „Imkerführers“ nahegelegt wurde. Danach wurde für ca. 2 Jahre kein Protokoll geführt. Erst vom 11. Juli 1927 liegt ein weiteres bzw. letztes Protokoll des Dritten Reiches vor.
Es trat eine lange Pause von 32 Jahren ein. In dieser Zeit fanden trotzdem Versammlungen statt und die Vereinsgeschichte konnte im Jahre 2009 nur noch über die Erinnerungen des damaligen Mitgliedes Nikolaus Strott aus Weichersbach nachvollzogen werden.

1945

Nach den schriftlichen Aufzeichnungen von Nikolaus Strott wurde Karl Löffert aus Breunings als neuer Vorstand im Jahre 1945 gewählt. Er war auch Kassierer und musste z.B. das Geld für die „Die Biene“ einbeziehen. Säumigen Vereinsmitgliedern rückte Karl Löffert mit seinem Sachs Motorrad zu Leibe, egal, wo das Mitglied wohnte. Karl Löffert wurde als sehr hilfsbereiter und ratgebender Mann geschildert, weswegen er auch lange Jahre Ehrenvorsitzender des Vereins war (ab 1971).

1969

Am 16. März 1969 wurde die Niederschrift der Protokolle wieder aufgenommen und der Vorstand wieder um einige Ämter erweitert. Karl Löffert bekleidete das Amt des Vereinsvorsitzenden, Manfred Riedel wurde Schriftführer, Josef Stein Kassierer.

1970

In diesem Jahr wurden erstmals Nachwuchssorgen innerhalb des Vereins geäußert. Anlass zu dieser im Protokoll erwähnten Nachricht war wohl auch der Austritt von insgesamt sechs Mitglieder, die mit ihrem Austritt auf eine Beitrittserhöhung reagierten. 1970 zählte der Verein 43 Mitglieder mit 570 bewirtschafteten Völkern. Der Vereinsvorsitzende Löffert gab an, sein Amt mit nunmehr 73 Jahren abgeben zu wollen.

1971

Manfred Riedel übernahm die Nachfolge von Karl Löffert, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. In den folgenden Jahren wurde die Protokollführung nahezu eingestellt und Vereinsveranstaltungen fanden selten statt. Dies lag vermutlich auch an einer Arbeitsüberlastung seitens des ersten Vorsitzenden, der wiederholt darum bat, die Vereinsführung neu aufzustellen. Leider waren keine Mitglieder zu einer Übernahme eines Ehrenamtes bereit. Dank gebührt an dieser Stelle Manfred Riedel, der trotz enormer beruflicher Belastung das Vereinsleben aufrecht erhielt.

1983

Am 25.03.1983 legt Manfred Riedel sein Amt nieder und eine Neuwahl des Vorstandes wurde erforderlich: Zum ersten Vorsitzenden wurde Kaspar Simon aus Sinntal-Sterbfritz gewählt. Kurt Sperzel fungierte als Kassierer des Vereins.
Im Protokoll vom 3. Mai 1983 wurde die Varroamilbe erstmalig erwähnt und als Gefahr formuliert. Gemüllproben wurden gesammelt und dem Veterinäramt übergeben.

1984

Am 7. Februar 1984 erfolgte die Umbenennung des Vereins in „Imkerverein Sinntal“. Noch im selben Jahr wurden Varroamilben in geringer Anzahl innerhalb des Vereins festgestellt. Am 9. Mai ist der Varroabefall als noch nicht bedeutend eingestuft worden.
Im Juli wurde die Varroamilbe in Obersinn amtlich festgestellt und sämtliche Ortsteile Sinntals zum Beobachtungsgebiet erklärt. So ergab sich, dass ab September die Varroabehandlung zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeit an den Bienen in Sinntal wurde. Die Varroabekämpfung entwickelte sich im Laufe des Jahres zum vorrangigen Thema. Da es zu diesem Zeitpunkt noch keine erprobten Mittel gab, sollte über Feldversuche experimentell geforscht werde. Eine Gefahr bei diesem Vorhaben bildeten die nicht im Verein organisierten Imker, da diese weder über Bezugsquellen für eventuelle Mittel noch über hinreichende Informationen zur Bekämpfung der Milbe verfügten.

1986

Perizin, ein Mittel der Bayer Werke, wird in diesem Jahr gegen den Varroabefall eingesetzt. Da es jedoch an Erfahrungen in der Bekämpfung der Varroamilbe fehlte, wurden ab 1986 Jahr für Jahr Feldversuche mit weiteren Mitteln durchgeführt.

1987

Als weitere Bienenkrankheit wurde in diesem Jahr die amerikanische Faulbrut im Vereinsgebiet festgestellt. Auf Veranlassung des Veterinäramtes in Gelnhausen mussten mehrere Völker abgetötet und vernichtet werden. Trotz allem war es ein gutes Honigjahr.

1988

Aus gesundheitlichen Gründen und aufgrund seines fortgeschrittenen Alters legte Kaspar Simon sein Amt nieder. Kaspar Simon hatte den Verein aufgrund seiner reichen Lebenserfahrung, seiner Menschenkenntnis und seiner enormen Fähigkeit Menschen zu führen den Verein in seinen Amtsjahren wiederbelebt und reaktiviert. Fachvorträge, fachbezogene Vereinsausflüge brachten den Imkerverein Sinntal wieder ins Gespräch. Nachfolger von Kaspar Simon wurde Gerhard Heiliger aus Mottgers. Der Vereinsname wurde dem der politischen Großgemeinde und die Vereinssatzung heutigen Gepflogenheiten angepasst.

1989

Die akute Faulbrutgefahr im Vereinsgebiet war beendet. Der Verein feierte sein 70jähriges Jubiläum. Perizin blieb als Mittel gegen die Varroamilbe im Einsatz.

1990

Der Verein benannte zwei Seuchenwarte: Rainer Spieske und Kurt Sperzel. Im Juni 1990 stellte man Tracheenmilbenbefall in Schwarzenfels fest. Schwarzenfels wurde als Sperrgebiet ausgewiesen.

1991

Die Vereinsmitglieder wurden vom Vereinsvorstand aufgefordert, ihren Honig ausschließlich in die Einheitsgläser des „Deutschen Imkerbundes“ (DIB) abzufüllen und zu verkaufen.

1992

Man stellte die amerikanische Faulbrut in Bad Soden Salmünster fest. Weiterhin kämpfte man gegen die Varroamilbe. Hierbei beurteilte man die Mittel Apisol, Volpex und Ameisensäure als nicht vorteilhaft.

1993

Eine vom Land Hessen finanzierte „Bestäubungsprämie“ wurde angekündigt, jedoch nicht ausgezahlt. In Heubach richtete man eine Belegstelle zur Begattung von Bienenköniginnen ein.

1994

Das Land Hessen überreichte den „Ehrenbrief des Landes Hessen“ im Rahmen des 75jährigen Vereinsjubiläums an den Vereinsvorsitzenden Gerhard Heiliger. Das Veterinäramt initiierte einen weiteren Feldversuch mit Baywarol Streifen gegen die Varroamilbe. Gerhard Heiliger machte in Pressemitteilungen auf „Gifte im Honig“ aufmerksam. Besondere Vorkommnisse waren ein Ausbruch der amerikanischen Faulbrut in der Nachbarschaft des Vereins und diverse Schäden durch Hochwasser an Bienenvölkern. Der Verein zählte 48 Mitglieder mit 394 Wirschaftsvölkern.

1995

Man stellte Kalkbrut innerhalb der Vereinsvölker fest. Im gleichen Jahr bescheinigt das Veterinäramt keine weiteren meldepflichtigen Seuchen im Sinntal.

1996

Nach einer schlechten Frühjahrsentwicklung der Bienen war es ein schwieriges Bienenjahr. Die Imkernachwuchsförderung war weiterhin ein wichtiges Thema. Der Verein bestand aus 48 Mitgliedern (davon 44 aktive Mitglieder mit 365 Völkern).

1997

Ein erneutes „schlechtes Bienenjahr“: Faulbrut trat gelegentlich auf und Baywarol zur Varroabekämpfung wurde verboten. Im Feldversuch kamen 15%ige Ameisensäure und Majoranöl zum Einsatz. Auch die „Illertisser Milbenplatte“ blieb im Einsatz. Importhonige als Bienenfutter durften wegen der bedenklichen Inhaltstoffe nicht verfüttert werden. Dem Vorstand wurde ein Bienenzuchtwart nebst Vertreter zur Seite gestellt.

1998

Wegen nachgewiesener Rückstände im Honig und im Bienenwachs durfte das Mittel Perizin gegen die Varroamilbe nicht mehr verwendet werden. So blieb die von den Imkern gering geschätzte Ameisensäure im Einsatz. Am Institut in Marburg wurde ein Bienenkataster erstellt, für das der Verein seine eigenen Daten zur Verfügung stellte.

1999

Gleich zu Beginn des Jahres wurden hohe Verluste bei den Bienenvölkern gemeldet. Am 2. Mai konnte das 80 jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden.

2000

Alle Imker im Tracheenmilben Befallsgebiet werden aufgefordert, tote Bienen dem Veterinäramt zur Untersuchung zu schicken. Der Verein zählt im Jahr 2000 348 bewirtschaftete Völker. Von insgesamt 51 Mitgliedern sind 46 bienenhaltende Imker. Die Frage nach Imkernachwuchs bleibt aber im Verein akut.

2002

Baywarol wurde verschreibungspflichtig und konnte nur über die Apotheke bezogen werden. Ein erneuter Feldversuch mit Mitteln gegen die Varroamilbe wurde gestartet. Der insgesamt festgestellte geringe Milbenbefall ließ vermuten, dass das im Jahr 2002 getestete Mittel „Check-Mite“ gute Wirkung gezeigt hatte. Kurt Sperzel engagierte sich nach einem Lehrgang als Bienen- bzw. Imkerberater. Das Verstellen von Bienenvölkern, auch innerhalb der Gemarkung musste genehmigt werden.

2003

Altersbedingt und Desinteresse bei jungen Menschen führten zu einem Nachwuchsproblem innerhalb des Vereins.

2004

Wie das Jahr 2003 wurde auch 2004 zu einem guten Honigjahr. Michael Hartmann wurde Imkerberater des Vereins. Eine Feier zum 85jährigen Vereinsbestehen wurde in einem kleinen Rahmen begangen.

2007

In diesem Jahr wurden einigen Nachwuchsimkern Zertifikate nach erfolgreichem Besuch des Honiglehrgangs überreicht. Dazu kam, dass sich immer mehr Frauen für die Imkerei interessierten und dem Verein beitraten.

2008

Der Verein beschäftigte sich mit seiner Satzung, wobei eine Eintragung ins Vereinsregister erneut abgelehnt wurde. 53 Mitglieder bewirtschafteten 281 Bienenvölker.

2009

Das 90jährige Vereinsjubiläum wurde mit einem Festkommers gefeiert. Der Verein hatte in diesem Jahr 51 Vereinsmitglieder, davon 45 aktiv mit 316 Bienenvölkern. Aufgrund der Witterung war 2009 ein schwaches Honigjahr.

Im März des Jahres verstarb der langjährige Vereinsvorsitzende Gerhard Heiliger. Die Geschäftsführung des Vorsitzenden übernahm Konrad Hahn aus Altengronau. Regelmäßige Stammtische und ein Imkerausflug fanden auch in diesem Jahr statt.

2012

Kurt Sperzel wurde erster Vorsitzender des Imkervereins. Um dem Problem schwindender Mitgliedszahlen entgegenzuwirken, begab sich der Vorstand auf die Suche nach einem Vereinsgelände. Glückliche Umstände führten uns zu unserem heutigen Vereinsbienenstand mit einer Hütte. Für Neuimker und Interessierte bestand nun die Möglichkeit „unter fachkundiger Anleitung“ mit Tipps und Tricks von Profis das Imkern zu erlernen. Weiterhin haben sich wöchentliche Treffen dort etabliert.

2013

Das Vereinsleben wurde durch regelmäßige Treffen und gemeinsames Arbeiten und Austauschen auf dem Vereinsgelände bereichert. Man führte Fachgespräche, schleuderte gemeinsam Honig, schaute Bienenvölker nach und bildete Ableger. Ebenso wurden die Imkerstammtische in den Sommermonaten auf das Vereinsgelände verlagert. In den Wintermonaten fanden die Stammtisch zumeist im Vereinslokal Wittenzellner in Sinntal-Schwarzenfels statt.

2014

In der Jahreshauptversammlung wurde die neue Webpräsenz des Imkervereins vorgestellt, danach ging der Verein „ans Netz“ und kann bis heute unter der URL www.imkervereinsinntal.de virtuell besucht werden. Die Website informiert über aktuelle Veranstaltungen, Infos rund um den Verein, allgemeine Informationen zu Bienen, Honig und Wachs und Berichte zu Veranstaltungen.
Es fanden regelmäßige Treffen auf dem Vereinsgelände statt, z.B. wurde gemeinsam Futter bestellt und ausgegeben, die Bienenvölker gepflegt und das Grundstück gepflegt.

2015

Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung musste der erste Vorsitzende Kurt Sperzel spontan für einen Moment das Ruder aus der Hand geben. Grund war ein Überraschungspunkt, der nicht auf der aktuellen Tagesordnung aufgeführt war. Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich erschien am Ende von Kurt Sperzels Jahresberichts. Grund dazu war die Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen, den unser erster Vorsitzender stolz entgegennehmen durfte.
Neben regelmäßigen Treffen fand in diesem Jahr auch ein „Bienentag“ für alle Konfirmanden, Pfarrer und Betreuer der Sinntaler Kirchengemeinden statt. Rund 60 Konfis durchliefen verschiedenen Stationen. Hierbei erfuhren sie einiges über das Leben der Bienen, durften Honigbrot kosten, richtige Waben mit Bienen betrachten. An einer Station wurde ein großes Insektenhotel gebaut, was auf dem Vereinsgelände aufgestellt werden soll. Erlebnisspiele zur Teambildung durften natürlich nicht fehlen.

2016

Am Mittwoch, dem 8. Februar wurde unserem Imkerverein in einem feierlichen der Umweltpreis 2016 des Main-Kinzig Kreises verliehen. Die Feierlichkeiten fanden vor Ort im Dorfgemeinschaftshaus in Sinntal-Mottgers statt. Dieses war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die Laudatio hielt im Anschluss die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. „Wir wollen den Umwelt- und Naturschutzgedanken fördern und entsprechende Projekte, Gruppen und Ideen für ihre Arbeit ehren“, erklärte die Kreisbeigeordnete zum Hintergrund des seit 1975 verliehenen Preises.
Mitglieder des Vorstandes wurden über den Landesverband zur „OMV – Online-Mitglieder-Verwaltung“ geschult.

2017

Die Verwaltung der Mitglieder wurde auf ein Onlineverfahren umgestellt. Die Mitgliederzahl ist auf knapp 70 angestiegen. Die Imkerei stößt immer mehr auf ein breites Interesse in der Öffentlichkeit, so dass unsere Ausbildungsmöglichkeiten für Jungimker gerne angenommen werden. Auch Schulklassen oder Konfirmandengruppen finden regelmäßig den Weg zu uns und lernen die Welt der Biene ganz praxisbezogen kennen.
Erstmalig verteilte der Imkerverein Sinntal Bienenwiesen Saatgut kostenlos an Landwirte der Region, was sehr guten Zuspruch erhielt. Hierzu stellte das Bundesumweltamt Geld zur Verfügung, von dem der Imkerverein Sinntal Saatgut kaufte und dies an Landwirte in der Region als Zwischensaat verschenkte.Auch leiste sich der Sinntaler Imkerverein Geld und Arbeit beim Ansäen von Trachtpflanzen. Dafür wurden vor dem Vereinsgelände verschiedene Parzellen angelegt und verschiedene Pflanzenarten wie Phacelia, Leindotter, Inkarnatklee, Buchweizen, Sonnenblumen, Senf, Serradella u.m. ausgesät. Der Nutzen hierfür geht an die Bienen, aber auch als Anschauungsobjekt an Bienenhalter und Interessierte. Die Wichtigkeit dieser Arbeit gewinnt in einer Zeit des allgemeinen Insekten- und Zugvögelrückgangs und erhöhtem Bienensterben an Priorität.

2018

Regelmäßig fanden Treffen und ein reger Austausch mit neuen Imkerinnen und Imkern statt. Die Mitgliederzahlen des Vereins stiegen weiterhin stetig an. Positiv zu erwähnen ist, dass immer mehr jüngere Menschen sich für das Leben der Bienen interessierten und so den Kontakt zu unserem Verein suchten. Das gesamtgesellschaftliche Interesse an Bienen wird durch unseren Lehrbienenstand aufgefangen, z.B. durch die aktiven und konkreten Ansprechpartner und direktes Lernen und Erfahren vor Ort. Sehr erfreulich und eine große Bereicherung ist der starke Zuwachs an Frauen, die sich dem Hobby der Imkerei annehmen.
Das aktuelle modern gestaltete Logo des Vereins entstand ebenfalls in diesem Jahr und erscheint auf Aufklebern, Briefen und der Webpräsenz.
Einige Mitglieder errichteten mit viel Mühe und engagiertem Arbeitseinsatz ein neues Tor für das Vereinsgelände.

2019

Mit einem großen Fest feierte Der Imkerverein Sinntal sein 100jähriges Bestehen. Ebenfalls gab es seit diesem Jahr eine einheitliche Vereinskleidung (T-Shirts, Kappen und Poloshirts) jeweils mit dem Logo des Vereins und bei den Shirts auf blauem Hintergrund.

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